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Interessante Powerpoint-Präsentationen vom Arbeitskreis Kreuzkraut e.V.
  • "Problematik von Kreuzkräutern aus Sicht der Betroffenen", anlässlich der Tagung im Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Julius-Kühn-Institut in Braunschweig, Niedersachsen, Februar 2009, Download hier ca. 2 Mb

  • "Bekannte Erkrankungsfälle, bekannte Todesfälle", anlässlich der Tagung im Landesbetrieb für Landwirtschaft Hessen, Juni 2009, Download hier ca. 2 Mb

  • "Kreuzkrautarten aus Sicht betroffener Pferdehalter", anlässlich der Tagung im Institut für Pflanzenschutz der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Juni 2010, Download hier ca. 1,6 Mb

 

                                                           

Auf der Seite www.tierisch.de  ist ein Bericht aus der Schweiz nachzulesen, der die akute Vergiftung von Pferden beschreibt. Es handelte sich hier um eine Gruppe von 11 Islandpferden, die nach Ausbruch von der Koppel auf einer frisch gemähten Weide mit dichtem Besatz von Jacobskreuzkraut gefressen haben. Die Tiere haben das angetrocknete JKK gefressen.

Zwei Pferden war nicht mehr zu helfen, andere wurden durch Magenspülungen mit Magensonden weitestgehend stabilisiert. "Sylimarin", ein Auszug aus der Mariendistel soll helfen. Es wird beim Menschen nach Knollenblätterpilzvergiftungen eingesetzt. Sylimarin sollte nur gereinigt und nur als Auszug dem Pferd gegeben werden. Lassen Sie sich eingehend von Ihrem Tierarzt oder Tierheilpraktiker beraten
Link zur Seite des Berichtes: http://www.tierisch.ch/Berichte/Jakobs-Kreuzkraut.htm 

Beispiele von Fütterungsversuchen an Rindern:
  • 12 Herefordkälber (durchschnittlich 180 kg schwer) wurden 3 Tage lang mit 0,62 g getrocknetem Senecio jacobea (1,11 mg Pyrrolizidinalkaloide / kg Körpergewicht) gefüttert, anschließend 17 Tage lang mit 1,25 g getrocknetem Senecio jacobea (2,25 mg Pyrrolizidinalkaloide / kg Körpergewicht). Nach 7-11 Tagen fraßen die Tiere nur noch die Hälfte, ab dem 20. Tag trat Lethargie und Depression auf und die Tiere starben zwischen dem 25. und 182. Tag.
  • 4 Herefordkälber (durchschnittlich 140 kg schwer) wurde 28 Tage lang mit 0,75 g getrocknetem Senecio jacobea (1,35 mg Pyrrolizidinalkaloide / kg Körpergewicht) und 4 gleichgewichtige Herefordkälber wurden 28 Tage lang mit 1,5 g getrocknetem Senecio jacobea (2,7 mg Pyrrolizidinalkaloide / kg Körpergewicht) gefüttert. Die Kälber mit der tieferen Dosis überlebten 98 Tage, diejenigen mit der höheren Dosis rund 40 Tage. Bis 2-3 Wochen vor dem Tod fraßen die Tiere gut. Alle 20 Kälber wiesen eine Leberzirrhose auf.

Wer weiterlesen möchte, klicke hier auf die Originalseiten der Veterinärpharmakologie und -toxikologie Zürich      Anmerkung: die Fütterungsversuche wurden nicht ausschließlich mit Seniceo jacobaea (Jakobskreuzkraut) durchführt, sondern auch mit weniger stark giftigen Kreuzkrautarten.

Erfahrungsbericht mit tödlichem Ausgang

Artikel aus der Cavallo September 2006, Forum- Leserbrief von Tanja Müller, 50769 Köln

 „Wie im Horrorfilm“

Seit einigen Jahren beobachte ich, dass sich eine gelb blühende Pflanze immer stärker breit machte. Niemand konnte mir sagen, was ich da auf meinen Weiden hatte. Im Mai 2006 wuchs die Pflanze besonders stark.

Ende des Monats bekam mein Kaltblutwallach Schiller eine extrem geschwollene, rote Nase wie bei einem Sonnenbrand. Eine Woche lang suchten mehrere Tierärzte ohne Erfolg nach der Ursache. Die Blutwerte deuteten auf eine schwere Lebervergiftung. Ich brachte das Pferd in eine Klinik, wo man ihn an den Tropf mit Kochsalzlösung hängte. Die Symptome verschlimmerten sich. Die Haut an der geschwollenen Nase und an den weißen Beinen ließ sich in großen Partien ablösen, wie in einem Horrorfilm. Dann begann er wild im Kreis herumzulaufen. Wir konnten ihn am 5.06. nur einschläfern, weil er noch eine Braunüle vom Tropf am Hals hängen hatte. Sonst hätten wir ihn nicht solange stillhalten können, bis die Spritze gesetzt war.

Nur einer von den acht Klinikärzten kann auf die Idee, dass Jakobskreuzkraut die Ursache sein könnte. Während Schiller noch in der Klinik war, zeigte auch mein Kaltblutwallach Strolch Vergiftungssymptome.

Ich brachte ihn in die Klinik, auch er bekam Kochsalzlösung. Sein Zustand verschlimmerte sich drastisch, auch er musste wenige Tage später eingeschläfert werden.

Meine beiden anderen Pferde standen auf einem anderen Teil der Weide, zeigten aber ebenfalls die bei Jakobskreuzkraut typischen Vergiftungserscheinungen wie besonders Sonnenempfindlichkeit oder Konditionsverlust, wenn auch nicht so stark wie die anderen. Ob sie überleben ist fraglich. Ich kenne keinen Fall, in dem ein Pferd durchgekommen wäre.

Wir behandeln derzeit mit Cortison und einem homöopathischen Mittel für Nieren und Leber. Damit geht es den Tieren zumindest nicht schlechter. Das Kraut breitet sich in meiner Region derzeit rasend schnell aus, aber die Gefahr wird in Deutschland massiv unterschätzt. In der Schweiz muss jedes Vorkommen gemeldet werden, in anderen Ländern immerhin dadurch entstandene Todesfälle. Hier dagegen glauben  die Leute- sofern sie überhaupt um den Gefahr wissen- immer noch, dass ihre Pferde das Kraut schon nicht fressen werden oder dass es spätestens im Heu unschädlich ist, was leider nicht stimmt.  

Fütterungsversuche aus der Schweiz hier: Veterinärpharmakologie und -toxikologie Zürich      Anmerkung: die Fütterungsversuche wurden nicht ausschließlich mit Senecio jacobaea (Jakobskreuzkraut) durchführt, sondern auch mit weniger stark giftigen Kreuzkrautarten.

 

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